Abstillen beim Kleinkind: So haben wir es nachts geschafft

Shownotes

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00:00:00: Willkommen bei Just Melly - Einfach Eltern sein.  Ich bin Melly, Stiefmama und Mama und möchte  

00:00:04: Kinder respektvoll, liebevoll und ehrlich  auf Augenhöhe begleiten – ohne mich dabei  

00:00:08: zu verlieren. Elternsein bedeutet für mich, ein  stimmiges Maß zu finden – mit einer reflektierten  

00:00:13: Haltung statt nur Methoden und der Bereitschaft,  gemeinsam mit unseren Kindern zu wachsen.

00:00:19: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von  

00:00:21: Just Melly – Einfach Eltern sein.  Danke, dass du wieder dabei bist. 

00:00:24: In der heutigen Folge wird es sehr persönlich,  denn ich erzähle dir von meinem Abstillprozess. 

00:00:29: Das war für mich nichts, was man einmal  entscheidet und dann ist es nach ein paar  

00:00:33: Tagen „abgehakt“, sondern ein Prozess:  mit viel Überlegen, mit Recherche, mit  

00:00:37: Planen – und dann natürlich mit dem echten Leben  dazwischen, das sich nicht immer an Pläne hält.

00:00:43: Ich nehme dich heute einmal mit durch  die wichtigsten Stationen, wie unser  

00:00:46: Stillalltag vor dem Abstillen aussah, warum ich  überhaupt angefangen habe, darüber nachzudenken,  

00:00:51: was ich in der Recherche gefunden habe und  was eben auch nicht und wie ich dann Schritt  

00:00:55: für Schritt vorgegangen bin. Und ich teile auch  ehrlich, wie sich das angefühlt hat, körperlich,  

00:01:00: emotional, hormonell und wie es jetzt nach  dem Abstillen für uns ist. Ganz wichtig,  

00:01:05: das hier ist eine Erfahrungsfolge und ich  erzähle, was bei uns funktioniert hat,  

00:01:09: was schwierig war und was ich im Nachhinein  anders einordne. Wenn dich einzelne Punkte  

00:01:14: aus der Recherche interessieren, ich habe  die Links zum Nachlesen und Weiterlesen  

00:01:17: gesammelt. Du findest sie in den Show Notes oder in der Beschreibung der Folge.

00:01:22: Damit du verstehst, warum Abstillen bei  uns überhaupt so ein großes Thema war,  

00:01:25: nehme ich dich kurz mit in unseren Stillalltag  – also wie es vor dem Abstillen bei uns aussah.

00:01:30: Meine Planung und Hoffnung war,  dass mein Kind sich allein abstillt,  

00:01:32: vorzugsweise spätestens mit dreieinhalb Jahren.

00:01:35: Ansonsten wollte ich in dem Alter  dann noch mal neu evaluieren,  

00:01:37: wie ich mit der Situation umgehe und dazu stehe.

00:01:40: Ich weiß, dass das für Deutschland vergleichsweise  

00:01:42: lang ist und ich damit zu  den Langzeitstillenden zähle.

00:01:46: Für mich stand aber schon  in der Schwangerschaft fest,  

00:01:48: so wie bei ca. 90 % der Frauen,  dass ich unbedingt stillen möchte.

00:01:51: In dem Säuglingspflegekurs, den ich besucht  habe, wollten sogar alle nach der Geburt stillen.

00:01:56: Unser Stillstart war dann aber wirklich  richtig schwierig und ich musste wirklich  

00:01:59: sehr dafür kämpfen. Aber das ist eine eigene  Geschichte und würde jetzt den Rahmen sprengen.

00:02:05: Und gerade deshalb wollte ich dann  auch nicht so schnell wieder aufgeben.

00:02:10: Die WHO empfiehlt ja auch mindestens  zwei Jahre Stillen und betont,  

00:02:13: dass fortgesetztes Stillen im zweiten Lebensjahr  und darüber hinaus zu gesundem Wachstum beiträgt,  

00:02:18: weiter Energie, hochwertige Proteine,  essentielle Fettsäuren, Vitamine und  

00:02:21: immunaktive Substanzen liefert und das Risiko  für Durchfall und Atemwegsinfekte senken kann.

00:02:28: Und auch die neue deutsche S3‑Leitlinie  „Stilldauer und Interventionen zur  

00:02:31: Stillförderung“ empfiehlt eine Gesamtstilldauer  von mindestens zwölf Monaten. Sie fasst zusammen,  

00:02:36: dass Stillen – auch länger – unter anderem  mit geringerem Risiko für Magen‑Darm‑Infekte,  

00:02:41: Mittelohrentzündung, Übergewicht/Adipositas,  Typ‑2‑Diabetes und plötzlichem Kindstod beim  

00:02:46: Kind sowie geringerem Risiko für  Brustkrebs, Eierstockkrebs und  

00:02:51: Typ‑2‑Diabetes bei der Mutter verbunden ist.  Die Schutzwirkung nimmt mit der Stilldauer zu.

00:02:58: Bei der Eingewöhnung in der Kinderkrippe hatte  ich auch das Gefühl, dass mein Kind weniger  

00:03:01: krank war. Und außerdem fand ich aber auch  während mein Kind krank war die unterstützende  

00:03:05: Wirkung des Stillens immer sehr nützlich.  Ich musste mir auch keine Sorgen machen,  

00:03:10: ob es in der Zeit genug Flüssigkeit und Nahrung  zu sich nimmt, weil Kinder, die krank sind,  

00:03:14: die stillen, vermehrt. Auch bei kleineren  Verletzungen fand ich Muttermilch hilfreich.  

00:03:20: Und schon die Hebamme empfiehlt ja die  Muttermilch bei wunden Brustwarzen.

00:03:24: Und die beruhigende und regulierende Wirkung  nach dem stressigen Kindergartentag war auch  

00:03:28: sehr praktisch. Generell fand ich die beruhigende  und tröstende Wirkung von Stillen einfach so schön  

00:03:34: schnell und effizient. Und nicht nur ich, auch  für mein Kind war es die bevorzugte erste Wahl.  

00:03:39: Übrigens wollte es nie den Schnuller. Und  auch Daumenlutschen oder andere Finger oder  

00:03:42: ähnliche Ersatzhandlungen gab es nur, wenn Stillen  absolut nicht verfügbar war – also so gut wie nie.

00:03:48: Nachts hatten wir eine super Einschlafroutine  mit Stillen entwickelt, die ich auch nur ungern  

00:03:52: aufgeben wollte, weil es wirklich schön schnell  klappte, auch bei nächtlichem Aufwachen. Nachts  

00:03:56: Stillen war nur kurz umdrehen und weiterschlafen  – also wirklich auch nichts. Ein Traum.

00:04:03: Diese Vorteile wollte ich unbedingt während dem  Übergang in den Kindergarten noch mal haben und  

00:04:07: deshalb abwarten, bis mein Kind sich wirklich gut  eingelebt hat und wieder Routine eingekehrt ist.

00:04:12: Na ja, und zudem ist Muttermilch einfach immer  und überall schnell verfügbar. Man kann sie  

00:04:16: nicht vergessen, muss nicht auf Hygiene  achten, nichts vorbereiten oder putzen.

00:04:22: Gleichzeitig war Stillen natürlich  nicht immer nur toll und ich stand  

00:04:25: ihm schon auch ambivalent gegenüber. Ich  habe mich wirklich schwer getan mit der  

00:04:28: Fremdbestimmtheit, sowohl über  meinen Körper als auch zeitlich.

00:04:32: Mein Podcast hören wurde schließlich dann auch  abgelöst durch Vorlesen. Stillen in der Trage hat  

00:04:37: von den Größenverhältnissen irgendwann auch nicht  mehr funktioniert. Und in der Öffentlichkeit hatte  

00:04:41: ich deshalb schon vor einer Weile aufgehört  mit Stillen, weil ich mich damit nicht mehr  

00:04:44: wohlgefühlt habe. In der Trage hat es fast niemand  mitbekommen, aber ohne Trage war es nervig.  

00:04:50: Vor allem, weil Kleinkinder ja echt kein Gefühl  für Privatsphäre haben und Mama dabei so gut  

00:04:54: wie möglich bedeckt bleiben will. Da ist der  gesellschaftliche Druck von außen auch bei  

00:04:59: mir angekommen. So ab einem Jahr fingen  dann auch die Kommentare und Blicke an:  

00:05:03: „Wie, du stillst immer noch?“ Und dann  kommen noch die Alltagshindernisse dazu.

00:05:08: Spätestens ab Beikoststart ist  es ja dann Essen und Stillen,  

00:05:11: und manchmal hat es sich so angefühlt,  als machen wir nichts anderes.

00:05:14: Hinzu kam für mich, dass Stillen gerade zu Beginn,  aber dann auch gegen Ende eher unangenehm war.  

00:05:19: Vor allem zum Schluss habe ich mich auch  oft sehr overtouched und unruhig gefühlt.

00:05:23: Zwischendrin habe ich aber auch  die beruhigende Wirkung gespürt  

00:05:26: und ich muss sagen, ich war oft auch dankbar,  

00:05:27: dass ich dank dem Stillen mich einfach mal  ruhig aufs Sofa setzen und ausruhen konnte.

00:05:32: Tja, und dann kam der Tag, an  dem ich doch abstillen musste,  

00:05:35: weil es nicht anders ging – und das auch  noch innerhalb eines knappen Zeitfensters.

00:05:41: Also habe ich angefangen, mich  damit auseinanderzusetzen:  

00:05:44: Was heißt es konkret und wie können wir  das gut und möglichst stimmig angehen?

00:05:50: Im Großen und Ganzen hat sich das  Stillen und auch so lang also für  

00:05:53: mich stimmig angefühlt und gegen Ende hat  es sich in Teilen auch schon reduziert.

00:05:58: Einerseits, weil ich es beispielsweise  in der Öffentlichkeit eingeschränkt  

00:06:00: hatte – solche Absprachen sind ab einem  bestimmten Alter durchaus möglich.

00:06:05: Andererseits, weil mein Kind  auch schon begonnen hatte,  

00:06:07: zu bestimmten Zeiten oder Anlässen  weniger oder gar nicht zu stillen.

00:06:10: Mit zunehmendem Alter nimmt ja die  eigene Regulationsfähigkeit auch  

00:06:13: zu und auch andere Bedürfnisse kann das Kind von  

00:06:15: sich aus selbst erfüllen oder hat  Alternativen zum Stillen gefunden.

00:06:19: Und ich habe es außer bei Krankheit  daher auch nicht mehr aktiv angeboten,  

00:06:23: sondern es ging nur noch vom Kind aus.

00:06:25: Der Beikoststart ist da ein gutes  Beispiel, bei dem Stillen für die  

00:06:28: Nahrungs‑ und Flüssigkeitsaufnahme  nach und nach entbehrlich wird.

00:06:31: Und wenn ich nicht da war, hatte  mein Kind ja auch Strategien,  

00:06:34: ohne Stillen auszukommen in  den jeweiligen Situationen.

00:06:37: Deshalb war ich zuversichtlich, dass spätestens im  

00:06:39: Kindergarten sich das Stillen nach  und nach weiter reduzieren wird.

00:06:42: Und falls mir einzelne Stillmahlzeiten  doch zu unangenehm werden, lässt sich  

00:06:45: das Setting anpassen oder – wie beim Stillen  in der Öffentlichkeit – drüber verhandeln.

00:06:50: Und wenn es mir doch generell zu lange dauert,  dann hätte man auch da schauen können dann.

00:06:55: Aber das wollte ich dann, wie gesagt,  mit dreieinhalb Jahren noch mal schauen:  

00:06:57: wie unsere Stillbeziehung bis dahin  aussieht und wie ich dazu stehe,  

00:07:00: aber auch mein Kind – und dann  auf dieser Basis neu entscheiden.

00:07:04: Vielleicht hätte ich dann abgestillt.

00:07:06: Wie schon erwähnt, hatte ich ja  schon eine gewisse Unruhe in mir,  

00:07:09: was oft so ein erstes Anzeichen für einen nahenden  Abstillwunsch seitens der Mutter sein kann.

00:07:14: Gleichzeitig kommt es natürlich  immer darauf an, wie im Vergleich  

00:07:17: zu den Unannehmlichkeiten die Vorteile des  Stillens immer noch wahrgenommen werden.

00:07:21: Wenn die Unannehmlichkeiten überwiegen und  

00:07:23: damit der Leidensdruck, dann läutet das  meist das Ende der Stillbeziehung ein.

00:07:26: Deshalb ist es ja so wichtig, vor allem zu Beginn  

00:07:28: des Stillens, dass die Mutter genügend  Unterstützung und Fürsprache bekommt.

00:07:32: Vielleicht hätte ich es aber  auch noch weiterlaufen lassen.

00:07:35: Die Vorteile waren eben doch  wirklich sehr praktisch.

00:07:38: Oder vielleicht hätte mein Kind sich  auch bis dahin doch selbst abgestillt.

00:07:41: Tja, leider werde ich das aber nie erfahren.

00:07:44: Und ja, ich trauere diesem Umstand schon etwas  

00:07:47: hinterher und ehrlich gesagt auch immer  noch einigen Vorteilen des Stillens.

00:07:51: Aber aus gesundheitlichen Gründen war es nötig.

00:07:54: Und ja, ich hatte vorher alle Möglichkeiten  recherchiert und auch eine Stillberaterin  

00:07:58: hinzugezogen, vor allem, weil ich auch sanft  und bindungsorientiert abstillen wollte,  

00:08:03: nun aber gleichzeitig da doch einen  ziemlich engen zeitlichen Rahmen hatte.

00:08:08: Abstillen ist ja schon ein großer Schritt im Leben  

00:08:11: eines Kindes – genauso wie die  Eingewöhnung im Kindergarten.

00:08:14: Deshalb sollte beides natürlich  nicht gleichzeitig stattfinden.

00:08:18: Also musste ich vorher abgestillt haben,  wodurch es zeitlich sehr knapp wurde.

00:08:22: Ich war da ehrlich gesagt innerlich  ziemlich angespannt und konnte mich  

00:08:24: auch nicht so ganz von meinen Sorgen und  Befürchtungen rund ums Abstillen lösen.

00:08:28: Bei mir waren da zum Beispiel richtig viele  Unsicherheiten und Sorgen im Kopf: Ob mein  

00:08:31: Kind schon genug Fähigkeiten und Alternativen  hat, um ohne Stillen gut zurechtzukommen.

00:08:36: Ob Einschlafen und Schlaf insgesamt  deutlich schlechter werden. Und ob  

00:08:40: wir dann mit Schlafmangel genau in eine  Phase rutschen, in der sowieso schon viel  

00:08:43: Regulation gefragt ist – weil bei uns ja auch  der Übergang Richtung Kindergarten anstand.

00:08:49: Ich habe mir auch Sorgen gemacht,  dass es ein Kreislauf aus Müdigkeit,  

00:08:52: Überforderung und dann noch schwierigeren  Nächten wird. Dass Abstillen zusätzliche  

00:08:56: Unsicherheit bringt, obwohl ein großer  Übergang sowieso schon verunsichert.

00:09:01: Und ja, auch, dass mein Kind vielleicht  öfter krank wird und dass Stillen ihm noch  

00:09:05: sehr wichtig ist – und es deshalb  zu langem, heftigem Protest kommt,  

00:09:10: den ich irgendwann nicht mehr gut halten kann.

00:09:12: Und ich habe mich gefragt: Habe ich wirklich  genug Alternativen? Wird meinem Kind etwas fehlen?

00:09:18: Diese ganzen neuen Abläufe finden und Alternativen  fand ich schon beim Drandenken in der Planung  

00:09:22: nervig. Und sie haben sich sogar als noch  nerviger erwiesen als gedacht, weil es natürlich  

00:09:27: immer anders kommt, als man denkt, und ich  natürlich auch nicht alles auf dem Schirm hatte.

00:09:31: Zudem kam ja kurz darauf der Übergang  von Kinderkrippe zu Kindergarten,  

00:09:34: was ja auch wieder eine  Herausforderung ist für alle.

00:09:38: Deshalb habe ich erst mal recherchiert,  aber irgendwie hat mir das nicht gereicht.

00:09:41: Viel zum Abstillen war auch eher für  jüngere Kinder als meins gedacht.

00:09:44: In dem Alter wird das nicht  mehr so einfach akzeptiert,  

00:09:46: wenn man schon so lange daran gewöhnt war,  und es wird auch lautstark protestiert.

00:09:50: Kinder hängen oft sehr an ihren Gewohnheiten.

00:09:53: Und wenn Abstillen nicht vom Kind  ausgeht, sondern von außen kommt,  

00:09:56: ist – wie bei anderen fremdbestimmten, nicht vom  Kind ausgehenden Dingen auch – oft mit Protest  

00:10:01: zu rechnen, teilweise auch heftig. Das kennen  wir alle, diese berühmten, tollen Wutanfälle.

00:10:08: Und ganz wichtig finde ich dann, dass dem  Kind nicht nur etwas weggenommen wird,  

00:10:11: sondern dass es etwas bekommt, was wirklich  hilft: Nähe, Co‑Regulation, Trost, vielleicht  

00:10:16: ein neues Ritual – also konkrete Alternativen für  genau das, wofür Stillen bei euch bisher da war.

00:10:23: Sonst kann das Kind damit  schnell überfordert sein.

00:10:25: An der Stelle habe ich auch gemerkt, wie  wichtig mir die Abgrenzung zu allem ist,  

00:10:29: was sich nach „Training“ oder Schlaftraining  anfühlt. Im Netz findet man nämlich auch Tipps  

00:10:33: wie: Kind allein lassen, lange schreien  lassen oder die Brust bewusst „verleiden“.

00:10:39: Aber bindungsorientierte Fachquellen betonen eben:  Nur weil sich Verhalten durch Training ändern  

00:10:43: kann, heißt das nicht automatisch, dass es dem  Kind innerlich besser geht. Für mich war deshalb  

00:10:47: klar: Wenn wir etwas verändern, dann nur mit  Co‑Regulation, Nähe und verlässlicher Begleitung.

00:10:54: Ein sehr bekannter Ansatz zum Thema  nachts Abstillen ist die Gordon‑Methode.

00:10:58: Dafür wählt man ein festes Zeitfenster, zum  Beispiel 23 bis 6 Uhr. Und in diesem Zeitfenster  

00:11:04: stillt man dann auch nach und nach nicht mehr.  Das Kind begleitet man aber trotzdem weiter,  

00:11:09: also mit viel Nähe, Körperkontakt und  Beruhigung, statt es alleine zu lassen.

00:11:14: Gordon betont aber extra, dass seine Methode  nicht für kleinere Babys geeignet ist,  

00:11:18: sondern erst für Kinder ab einem Jahr.

00:11:22: Für manche Familien kann das super passen.

00:11:24: Für mich war aber vor allem diese zeitliche  Komponente mit der Uhr nicht so stimmig. Und  

00:11:28: ich glaube, manche Kinder kommen  damit auch gar nicht gut zurecht.

00:11:31: Und „10 Nächte“ finde ich ehrlich gesagt auch  ziemlich schnell – ich fand es für uns besser,  

00:11:36: langsamer und kleinschrittiger vorzugehen.

00:11:40: Gleichzeitig fand ich den Vorbereitungsteil daran  gut: ein paar Tage vorher tagsüber viel Nähe,  

00:11:45: klare Rituale, Erklären – und  das habe ich dann auch gemacht.

00:11:52: ---

00:11:53: Und manche Kinder schaffen es eben  noch nicht und geraten in echte Not,  

00:11:56: weil sie noch keinen Ersatz haben oder  den Ersatz noch nicht akzeptieren können.

00:12:00: Ihr kennt euer Kind am besten und  merkt, ob es jetzt nur wütend ist,  

00:12:03: weil eine geliebte Gewohnheit wegfällt. Was auch  sehr anstrengend, lang und heftig sein kann.  

00:12:08: Oder ob euer Kind gerade wirklich  überfordert ist mit der Situation und in Not.

00:12:13: Gerade wenn es länger nicht klappt oder  auch ihr es nicht länger aushaltet,  

00:12:17: dann vielleicht doch abbrechen und es  später nochmal versuchen – oder anders.

00:12:21: Ihr müsst wirklich hinter der Entscheidung stehen  – auch damit ihr klar seid und standhaft und  

00:12:26: gleichzeitig zugewandt. Sonst könnt ihr nicht  die notwendige Sicherheit und Notwendigkeit  

00:12:30: vermitteln oder geratet selbst in Not, die  sich dann wiederum auf das Kind überträgt.

00:12:35: Und einen Monat später sieht es vielleicht  schon anders aus. Mein Kind hatte,  

00:12:39: wie gesagt, schon viele Strategien  und es war wirklich nötig – und ich  

00:12:41: hatte mir durch die Planung Sicherheit verschafft.

00:12:44: Ich bin bei der Planung auch  über Vorschläge gestolpert,  

00:12:46: bei denen die Mama ein paar Tage „verschwindet“  und der andere Elternteil alles übernimmt. Für  

00:12:51: manche Familien kann das passen, aber für mich  hat es sich einfach nicht stimmig angefühlt.

00:12:57: Ich wollte das Ende unserer Stillbeziehung nicht  

00:13:00: outsourcen, sondern mit meinem Kind  gemeinsam aushandeln und begleiten.

00:13:04: Und gerade weil das für mein Kind so ein großer  Schritt war, wollte ich als Bindungsperson Nummer  

00:13:07: 1 auch da sein. Als Ersatz fürs Stillen  braucht es ja etwas wirklich Wirksames.

00:13:13: Gleichzeitig: Je nach Kind  kann ein Personenwechsel es  

00:13:17: auch erleichtern – das ist wirklich individuell.

00:13:21: Übrigens ist das auch eine Überlegung wert.  Vielleicht muss gar nicht ganz abgestillt werden,  

00:13:25: sondern nur ein Aspekt geändert werden  oder nur zeitweise reduziert werden.

00:13:30: Bei mir war z.B. ein großer Leidensfaktor,  dass aus dem anfänglichen sanften Tasten  

00:13:34: mit kleinen Babyhändchen irgendwann  eher ein grobes Rumfummeln und Kneifen  

00:13:38: an der Brust wurde. Das hat mich auch  ziemlich gestresst und auch weh getan.

00:13:42: Und da ich nicht abstillen wollte, musste  es sich ändern. Ich musste also beginnen,  

00:13:46: da immer wieder freundlich, aber klar Grenzen  zu setzen. Stillen ja, aber ohne die Hände.

00:13:52: Hilfreich war dann eine Alternative anzubieten,  

00:13:55: also meinen Arm, den Ärmel, die Decke  oder das Kuscheltier zum Rumknubbeln.

00:14:00: Es hat eine Weile gedauert und  ja, es gab auch Protest und Wut,  

00:14:04: aber als es dann funktioniert hat, war  das so viel besser. Und in Bezug auf  

00:14:08: das Abstillen auch schon ein erster  Schritt in die Richtung. Weil sonst  

00:14:11: hätte die Beruhigungsstrategie ja  auch noch ersetzt werden müssen.

00:14:15: Zuerst habe ich also erstmal geschaut, was das  Stillen eigentlich für mich und das Kind bedeutet.

00:14:19: Welche Bedürfnisse erfüllt es?  Und wie können die ersetzt werden?

00:14:23: Sind hier vielleicht schon Strategien  und Alternativen vorhanden?

00:14:27: Wo hat mein Kind vielleicht schon begonnen,  den Weg ein Stück weit zu beschreiten - und ich  

00:14:30: könnte es an die Hand nehmen und wir gehen den Weg  gemeinsam, was das Ganze natürlich beschleunigt.

00:14:35: Wie schwierig könnte es werden mit all den  Sorgen und Unsicherheiten im Hinterkopf,  

00:14:39: die ich ja oben schon beschrieben habe.

00:14:42: Gleichzeitig wusste ich auch schon  von früheren Herausforderungen,  

00:14:44: dass unsere Kinder stärker sind, als  wir oft denken und uns oft überraschen,  

00:14:48: wie gut sie mit Dingen dann doch zurecht kommen.  Kinder sind ja auch selbst kompetente Menschen,  

00:14:53: die auch selbst für sich nach  Lösung suchen und diese auch finden.

00:14:57: Mir hat dabei geholfen, das ganz konkret zu  machen. Was kann mein Kind an Regulation schon  

00:15:02: und welche Alternativen funktionieren bei uns  grundsätzlich? Zum Beispiel Tragen, Kuscheln,  

00:15:07: Geschichten erzählen, Kindergartenrituale.

00:15:10: Wenn diese Alternativen noch gar  nicht da sind oder vom Kind (noch)  

00:15:13: nicht angenommen werden können, dann kann  so ein Schritt das Kind auch überfordern.

00:15:18: Damit es nicht so abstrakt  ist, hier ein paar Beispiele.

00:15:22: z. B. Spielplatz statt Stillen: Am Anfang musste  bei uns direkt nach dem Abholen vom Kindergarten  

00:15:27: erstmal gestillt werden – zum Runterkommen und  zur Regulation. Und dann hat sich das im Sommer  

00:15:32: verschoben: Nach dem Kindi war Spielen auf dem  Spielplatz viel interessanter als zu Hause zu  

00:15:37: stillen. Und dadurch ist das Nachmittagsstillen  nach dem Kindergarten dann einfach weggefallen.  

00:15:43: Und an dem Punkt konnte ich dann jetzt anknüpfen:  Spielen übertrumpft manchmal das Stillen.

00:15:51: Oder Zeit mit Mama: Stillen war (auch) „Zeit  mit mir“. Und weil ich zum Stillen eher ja sage  

00:15:57: als zu Spielen, hatte das nochmal eine andere  Dringlichkeit. Und da habe ich klargemacht:  

00:16:01: Vorlesen/Spielen geht auch ohne Stillen.

00:16:05: Und Stillen in der Öffentlichkeit hatten wir ja  schon. Durch ein klares „Nein“ habe ich gemerkt:  

00:16:09: Wenn ich klar bin und mein Kind dann aber tröste,  

00:16:11: klappt das. Ablenkung hilft da auch – plus:  Ausnahmen, wenn es wirklich dringend war.

00:16:19: Und dann gab's ja auch noch Strategien  aus dem Kindergarten. Da musste mein  

00:16:23: Kind ja auch ohne Stillen beruhigt werden  oder einschlafen. Der Austausch mit den  

00:16:27: Erzieherinnen hat mir da wirklich sehr geholfen.

00:16:29: Insgesamt habe ich mir also einen Plan gemacht,  welche Stillzeiten ich wie ersetzen könnte. Es  

00:16:34: gab die Möglichkeit, Stillmahlzeiten durch  Ablenkung einfach unter den Tisch fallen  

00:16:38: zu lassen. Oder einfach etwas nach hinten zu  verschieben, gegebenenfalls auch schrittweise.  

00:16:43: Und durch das Aufschieben unbemerkt zu streichen.  Oder die Stillmahlzeiten schrittweise zu kürzen,  

00:16:48: bis sie vielleicht auch nicht mehr  so relevant oder interessant wurden.

00:16:51: Wie gesagt, dabei aber gleichzeitig  immer mit Blick auf die Bedürfnisse  

00:16:54: dahinter und einem entsprechenden Angebot  von Alternativen. Obwohl in dem Alter das  

00:17:00: Kind auch aktiv mit nach Lösung sucht und diese  anbietet. Was wirklich so super hilfreich war.

00:17:06: Naja, und da Konflikte nun mal auch immer  dazu gehören, war mir aber auch bewusst,  

00:17:11: dass ich die eine oder andere Mahlzeit  auch gegen den Widerstand und Protest  

00:17:13: werde streichen müssen. Und dann eben  auch viel Trost und Alternative anbieten.

00:17:19: Und schließlich habe ich dann auch noch eine  Stillberaterin hinzugezogen, als es dann klar war,  

00:17:24: dass es wirklich auf endgültiges Abstillen  hinausläuft. Und das kann ich nur empfehlen.  

00:17:29: Achtet aber auf eine Stillberaterin mit Kompetenz  für bindungsorientiertes Abstillen. Sie kann  

00:17:34: super beraten und euch die nötige Klarheit und  Sicherheit geben. Und vielleicht gibt es ja Mittel  

00:17:39: und Wege, dass ihr gar nicht gleich komplett  abstillen müsst. Aber ihr möchtet das natürlich.

00:17:43: Beruhigend fand ich, dass es unabhängig vom  Alter des Kindes vor allem auf den Willen  

00:17:47: der Mutter zum Abstillen ankommt. Sie muss  nicht klar sein, was sie möchte und dass sie  

00:17:51: die Stillbeziehung beenden möchte. Sie muss also  wirklich davon überzeugt sein. Und ansonsten ist  

00:17:57: der konkrete Ablauf wirklich individuell sehr  unterschiedlich. Es kommt sehr auf die Mutter,  

00:18:02: das Kind und die äußeren Umstände an. Weil  wir da einfach alle unterschiedlich sind. Die  

00:18:07: Stillberaterin kann einem da aber auch wirklich  gute Tipps geben und mit einem herausarbeiten,  

00:18:11: welcher Weg sich für einen am stimmigsten  anfühlt. Weil der ist dann meist der Richtige.

00:18:18: Und ab da war für mich auch  klar: Ich muss loslegen. Nicht,  

00:18:21: weil ich „so dringend“ komplett abstillen wollte,  

00:18:23: sondern weil ich das Einschlafstillen als ersten  Schritt wählen musste. Und weil der Zeitdruck  

00:18:27: überhaupt erst diesen Startpunkt gesetzt hat. Ich  habe mir dann noch ungefähr eine Woche gegeben,  

00:18:32: um mich zu sortieren und einen Plan  zu machen. Naja, und dann ging’s los.

00:18:36: Aufgrund all der Überlegung habe ich mir einen  Zeitplan gemacht. Ein wenig war der Rahmen ja  

00:18:40: schon gesteckt, weil ich vor der Eingewöhnung  in den Kindergarten fertig sein wollte. Und  

00:18:43: zu Beginn wollte ich eigentlich gar nicht  komplett abstillen, sondern habe versucht  

00:18:46: nur eine Stillmahlzeit zu ersetzen. Da war die  drängendste das Einschlafstillen. Gleichzeitig  

00:18:52: ist das natürlich auch oft das liebste Stillen.  Und so war es auch bei uns. Und ich sage euch,  

00:18:58: es war wirklich hart. Obwohl das  Kind wirklich gut mitgemacht hat.

00:19:03: Was bei uns geholfen hat. Ich habe  vorher noch mal bewusst viel gestillt,  

00:19:06: quasi den Tank aufgeladen und auch direkt  vom Zähneputzen gab es nochmal Stillen. Aber  

00:19:11: da habe ich dann schon angekündigt: Das  ist jetzt das letzte Stillen für heute,  

00:19:15: danach ist Pause. Ich habe nun meinem Kinder  also erklärt, dass nach dem Zähneputzen die  

00:19:20: Zähne eine Pause brauchen, damit sie gesund  bleiben. Und auch meine Brust langsam müde  

00:19:24: ist und eine Pause braucht. Weil wir ja  schon so lange stillen. Also das mit dem  

00:19:28: Zähneputzen war ein schlechtes Argument. Und  wir haben uns damit unser schönes Zähneputzen  

00:19:33: mit tollen Spielen und Singen ruiniert. Es  hat nichts mehr geklappt. Es wurde versucht  

00:19:38: die Stillpause möglichst rauszuzögern. Zum Glück  ließ sich das dann aber später wieder reparieren.

00:19:47: Und später, als ich dann wusste, dass  endgültig abgestillt wird, wurde daraus:  

00:19:51: “Du hast jetzt so lange gestillt und langsam  wird sie leer. Du bist ja auch schon bald groß.”  

00:19:57: Da kam mir entgegen, dass mein Kind ja bald in  den Kindergarten darf und dann zu den Großen  

00:20:01: gehört und das selbst dann immer wieder betont  hat. Mein Mann hat dann also die Zähne geputzt  

00:20:08: und ich habe zum Schlafpulli gewechselt, der mit  Kragen war und echt nicht zum Stillen geeignet.  

00:20:13: Nach einer gewissen Zeit habe ich dann nachts  wieder zum Stillpulli gewechselt. Nur hatte  

00:20:17: ich nicht damit gerechnet, dass mein Kind dann  einfach verlangt, dass ich halt den Pulli wechseln  

00:20:21: soll. Weil dann geht Stillen ja wieder. Also war  dann Strategie- und Erklärungsanpassung nötig.

00:20:31: Übrigens habe ich es während der Abstillzeit  wirklich generell so gemacht, dass ich immer  

00:20:34: sehr hochgeschlossene Pullis getragen habe, um  es dem Kind leichter zu machen. Schaut auch,  

00:20:38: dass ihr immer bekleidet seid. So eine äußere  Hilfe wie das Wechseln des Pullis ist sehr  

00:20:43: hilfreich. Möglich wäre aber auch gewesen,  nicht mehr im Schlafzimmer zu stillen,  

00:20:47: also die räumliche Trennung statt visuell und/oder  zeitlich. Aber das hat bei uns nicht gepasst,  

00:20:52: weil ich ja nicht auch noch das Nacht- und das  Aufwachstillen streichen wollte gleichzeitig.  

00:20:57: Und ich hatte auch keine Lust jetzt mich und das  Kind dafür zu wecken und den Raum zu wechseln.

00:21:03: Also die ersten Nächte waren dann bei uns  wirklich heftig und es hat lange gedauert  

00:21:07: mit dem Weinen und Toben. Hier auch gleich der  Hinweis: Wenn es nach paar Tagen nicht klappt,  

00:21:12: dann solltet ihr noch mal die Strategie  überdenken. Aber da hilft die Stillberaterin  

00:21:16: auch super weiter. Bei uns ging es dann aber mit  jedem Tag besser. Und ich habe wirklich sehr viel  

00:21:21: geredet und erklärt und auch getröstet. Bin  immer wieder auf die Gefühle eingegangen,  

00:21:25: die ja berechtigt sind. Obwohl während  dem Toben und Schreien auch einfach nur  

00:21:29: dabei sitzen und die Möglichkeit  zum Kuscheln oft das Beste war.

00:21:33: Na ja, und nach drei Tagen wurde  dann nicht mehr geweint und nur  

00:21:36: noch gefragt. Eigentlich schon nach zwei  Tagen. Und wenn Stillen gefordert wurde,  

00:21:41: habe ich dann halt immer wieder ruhig Wasser  angeboten, das dann auch genommen wurde.

00:21:47: Und dann habe ich noch zur Beruhigung Alternativen  angeboten. Tragen wurde gern angenommen,  

00:21:53: hat aber auch ewig gedauert. Wir mussten  immer 1-2 Stunden im Kreis laufen und “Das  

00:21:57: Wandern ist des Müllers Lust” singen. Vorlesen  hat am wenigsten geklappt. Aber Geschichten  

00:22:05: auswendig nacherzählen waren neben dem Tragen  am effektivsten und hat sich bis jetzt gehalten.  

00:22:11: Wobei es hier aktivierende und einschläfernde  Geschichten bei uns gibt, habe ich festgestellt.

00:22:16: Frische Luft war jetzt Ausgleich auch  recht praktisch fürs bessere Einschlafen  

00:22:21: und wir sind zu Beginn, wenn es ganz schlimm war,  

00:22:22: auch mal kurz raus, um den Kreislauf  zu durchbrechen, wenn es gekippt ist.

00:22:28: Und viele Angebote und Vorschläge kamen,  

00:22:30: wie gesagt, aber auch vom Kind und es war  aber wirklich eine harte Zeit - für alle.

00:22:36: Insgesamt hat dieses erste Streichen nur vom  Einschlafstillen ca. einen Monat gedauert,  

00:22:41: bevor wir die nächste Mahlzeit angegangen sind  – und das haben wir tatsächlich auch gebraucht.  

00:22:46: Allerdings lag das auch mit daran, weil ich ja  ursprünglich auch gar nicht mehr geplant hatte.  

00:22:51: Leider hat sich dann nach einem Monat aber  rausgestellt, dass das leider nicht reicht.

00:22:56: Der Schlafmangel hatte auch wirklich Auswirkung  auf den restlichen Alltag. Es war also wirklich  

00:23:01: hart. Aber auch das ging rum und irgendwann  ging es dann auch wieder bergauf. So wie immer.

00:23:09: Also wie gesagt, nach ungefähr einem Monat war  dann klar, dass nur das Einschlafstillen zu  

00:23:14: ersetzen leider nicht reicht – und damit waren wir  dann beim nächsten Schritt: komplett abstillen.

00:23:20: Insgesamt hat das dann bei uns nochmal  ca. 5 Wochen gedauert. Und ich bin  

00:23:24: da wirklich kleinschrittig vorgegangen  und habe es immer wieder an Tagesform,  

00:23:28: Kita und Autonomiephase angepasst.

00:23:32: Also was meine ich jetzt mit schrittweise  vorgegangen. Also: Mal habe ich eine Stillmahlzeit  

00:23:37: gestrichen, mal habe ich reduziert, bis sie  ganz leicht wegzureduzieren war – aber immer  

00:23:43: mit Pause dazwischen. Gerade der Mix war aber mit  kürzeren Pausen möglich, als nur zu streichen.

00:23:50: Bei der Wahl der Mahlzeiten war es  unterschiedlich. Mal war es eine,  

00:23:53: die ich als nächstes am nervigsten fand,  

00:23:54: mal war es eine, die als nächster Schritt  am einfachsten war oder sich sogar anbot.

00:24:00: Gefühlt war das so ein Hin und Her  und immer wieder abwägen. Und immer  

00:24:04: nach Bauchgefühl und durch Beobachten,  was als nächstes am stimmigsten sein  

00:24:07: könnte – auch hinsichtlich, was  dann die letzte Mahlzeit wird.

00:24:11: Womit ich nicht gerechnet hatte: Nicht nur  das Kind muss umdenken – unser ganzer Ablauf  

00:24:15: war durcheinander. Mit jeder weggefallenen  Stillmahlzeit wurde wieder alles neu sortiert.

00:24:22: Zu Beginn habe ich die Zeit zwischen  Zähneputzen und dem Nachtstillen kurz  

00:24:26: gehalten und dann nach und nach rausgezögert.  Und irgendwann waren wir dann fast beim  

00:24:30: Aufwachstillen und hatten dadurch das  Nachtstillen fast gestrichen. Vorerst.

00:24:38: Und insgesamt war es dann damit deutlich leichter  – aber es war nicht so, dass das Bedürfnis damit  

00:24:42: komplett „weg“ war. Bei uns war eher son Muster:  Sobald ich tagsüber etwas weiter reduziert oder  

00:24:48: gestrichen habe, hat sich das Bedürfnis erstmal  wieder mehr in die Nacht verlagert. Also nicht  

00:24:53: als Rückschritt im Sinne von „wieder von  vorn“, sondern eher als eine Verschiebung:  

00:24:57: tagsüber weniger – und nachts kommt es nochmal  stärker. Und mit jeder anderen Stillmahlzeit,  

00:25:05: die ich dann angegangen bin, ist das Nachtstillen  zurückgekehrt. Allerdings habe ich dann nur gegen  

00:25:10: „morgens“ akzeptiert. Also so ab 3–4 Uhr, wenn  schon so 7–8 Stunden Stillpause mindestens war.

00:25:21: Das wirkliche Rausschieben des Nachtstillens  kam bei uns dadurch relativ spät. Manchmal  

00:25:26: reicht kurz rauszögern, Alternativen bieten  und das Kind schläft aber dann doch wieder ein.

00:25:31: Und irgendwann waren wir dann bei der  Uhrzeit vom Aufwachstillen. Und das  

00:25:36: Aufwachstillen ist dann gegen Ende  irgendwie von selbst weggefallen.

00:25:40: Und das Morgenstillen vor dem  Kindi war dann das letzte,  

00:25:43: das wegfiel – und an dem Tag  passte es sogar eine Woche früher.

00:25:48: Das letzte Stillen sollte bei mir vor  dem Wochenende sein: damit Puffer da ist,  

00:25:52: und das Wochenende extra ruhig und  aufs Kind ausgerichtet geplant ist.

00:25:57: Und die letzte Mahlzeit haben  wir dann wirklich zelebriert,  

00:26:00: also noch mal das Lieblingsbuch gelesen.  Ich habe ihn wirklich gefeiert und am  

00:26:06: Ende gab's dann sogar noch zur Feier  des Tages was Süßes. Und ich habe ihm  

00:26:11: auch richtig viel Zeit gelassen noch mal,  aber auch mit ihm drüber geredet noch mal.

00:26:20: Und wie gesagt, am Abstilltag hat es  dann einfach von den Rahmenbedingungen  

00:26:23: her super gepasst per Zufall. Mein Kind hat  dann sogar voll entspannt Tschüss gesagt,  

00:26:32: wo ich gesagt habe: „Wir verabschieden uns jetzt.“

00:26:34: Ich meine: Es kommt dann trotzdem  noch mal im Nachhinein, also es  

00:26:38: wird noch mal danach gefragt – und es  kam auch noch mal Traurigkeit und so.  

00:26:42: Und das ist ja auch völlig okay. Aber  insgesamt war es dann ein gutes Ende.

00:26:52: Und ich habe ja mein Kind in dieser Phase auch  sehr genau beobachtet und gerade zu Beginn:  

00:26:58: Es war wütend, ja. Aber ich habe  auch gemerkt: Es kann grundsätzlich  

00:27:03: Alternativen annehmen – und hat teilweise  sogar selbst angefangen, Vorschläge zu machen.  

00:27:09: Gerade am Anfang vom Einschlafstillen hat’s  wie gesagt trotzdem kurz heftig gewirkt und  

00:27:15: ich war dann schon unsicher. Aber mir hat  geholfen, dass die Stillberaterin gesagt hat:  

00:27:19: Erst mal beobachten, wie es sich entwickelt.  Und ihr merkt ja, ob euer Kind resigniert oder  

00:27:25: ob es sich – bei allem Protest – wieder beruhigen  kann und das Neue Schritt für Schritt akzeptiert.

00:27:32: Die ersten unangenehmen Symptome  des Abstillens fingen dann schon an,  

00:27:36: als es nur noch zwei Mahlzeiten waren. Davor  hatte ich wie beim Stillstart wieder das Problem,  

00:27:41: dass die Brüste wirklich sehr hart und gespannt  waren, aber es war aushaltbar. Ich muss aber  

00:27:46: auch sagen, dass es gegen Ende dann etwas  schneller ging als geplant und die letzte  

00:27:50: Stillmahlzeit kam dann sogar eine Woche  früher als erwartet. Und ich glaube auch,  

00:27:53: wenn das Kind soweit war, mein Körper  hätte noch etwas mehr Zeit gebraucht.

00:27:58: Nicht erwartet hatte ich, dass ich mich  so wahnsinnig erschöpft fühlen würde,  

00:28:02: schon fast wie bei einer Grippe oder so. Und  ich war sooo unkonzentriert. Das war echt übel.

00:28:09: Gleichzeitig war es schon unangenehm und ich  habe dadurch auch schlechter geschlafen. Und  

00:28:15: na ja, das Kind war ja auch erstmal unruhiger  teilweise. Und nicht jede Nacht war angenehm.  

00:28:24: Es wurde schon noch gefragt und auch  mal geweint- Aber halt nicht mehr so  

00:28:28: heftig und das Weinen war wirklich nicht so oft.

00:28:32: Und es wurde viel getragen. Und  wie gesagt: unsere bis jetzt beste  

00:28:39: Strategie – Geschichten zum Einschlafen  erzählt. Auswendig, weil das Licht stört,  

00:28:44: was mir ehrlich gesagt aber sehr  entgegenkam und immer noch kommt.

00:28:48: Nach der letzten Stillmahlzeit wurde es dann  richtig schlimm. Ich hatte also morgens das  

00:28:53: letzte Mal gestillt und einen Tag später am  Abend ging es dann los. Ich fühlte mich wie  

00:28:57: bei einer wirklich, wirklich schlimmen  Grippe und ich hatte wirklich Schmerzen.

00:29:03: Wieso sagen einem übrigens die Leute erst  immer alle dann, was so passieren kann?  

00:29:08: Außer in der Schwangerschaft. Da bekommt  man ständig Katastrophenerzählungen,  

00:29:11: die einem echt Angst machen können. Aber  danach auf einmal ist alles super und toll.  

00:29:17: Außer man ist schon in der Situation. Es  wäre schön gewesen, das vorher zu wissen.

00:29:21: Wir hatten wirklich nichts zu Hause. Da  sind wir echt am Sonntag erst mal in die  

00:29:25: Notfallapotheke und später bin ich dann am  nächsten Tag auch noch zum Arzt. Und das  

00:29:31: Ibuprofen hat's dann auch wenigstens erträglicher  gemacht und das wirkt ja auch entzündungshemmend.

00:29:40: Die kalten Quarkwickel haben auch im weiteren  Verlauf äh sehr gut getan. Also, das kann ich nur  

00:29:45: empfehlen. Ich habe dafür einfach Quark dünn auf  ein Mulltuch gestrichen, das zugeklappt, weil das  

00:29:52: darf nicht direkt auf die Haut kommen, und dann  einfach in den BH gestopft. Wobei ich aber drauf  

00:29:57: geachtet habe, dass nichts durchkleckert, z.B.  mit gegebenenfalls einem weiteren Mulltuch drüber.

00:30:05: Was auch hilfreich war, war der BH als  Stütze, aber gleichzeitig auch nicht zu eng.  

00:30:10: Das hat auch geholfen. Obwohl ich  teilweise auch den BH nicht ertragen  

00:30:14: habe. Das ist beides möglich und das war  aber auch schon beim Stillstart bei mir so.

00:30:21: Naja, und da die Quarkwickel zu oft die  Haut auch wieder reizen können, habe ich  

00:30:25: dann ansonsten so alle ein bis zwei Stunden noch  für 10 Minuten Kompressen aus dem Kühlschrank im  

00:30:30: Mulltuch in den BH gestopft. Und das ging dann  eigentlich auch gut mit Kind und Bewegung.

00:30:38: Also insgesamt gab's sehr viel Kühlung,  

00:30:42: wobei man es natürlich auch hier  nicht äh zu sehr übertreiben darf.

00:30:47: Und natürlich Ausstreichen. Aber da gerade  so, dass der Druck nachlässt. Die Milchbildung  

00:30:53: soll ja nicht wieder angekurbelt werden, wenn  wir sie gerade eigentlich reduzieren wollen.

00:30:57: Anfangs war ich mir da auch ziemlich unsicher  wegen der Menge. Aber dann habe ich es so gemacht,  

00:31:02: dass es gut tat, auch wenn es sich  wirklich nach viel angefühlt hat  

00:31:05: zwischendurch und es nicht nur ein  paar Tropfen waren. Das hat aber  

00:31:09: wirklich Erleichterung gebracht, als ich da  durch den Leidensdruck dann mutiger wurde.

00:31:14: Ähm, so nach einer Woche wurde es dann  etwas besser - und dann war auf einmal  

00:31:18: genauso plötzlich weg, wie es begonnen hatte.  Ich hatte zwar dann noch so eine Weile leichte  

00:31:23: Spannung und ab und zu mal auch wie so ein  Pieksen. Aber ansonsten waren die Schmerzen  

00:31:28: und die Spannung weg. Die Brüste wirkten  dann aber auch wirklich ziemlich leer.

00:31:35: Äh was mich noch eine Weile begleitet  hat, waren die Hormonschwankung,  

00:31:38: bis ich alles wieder eingestellt hat. Keine  Ahnung, ob das speziell nur mir so geht,  

00:31:43: weil ich was Hormone angeht, da echt  immer so bisschen empfindlich bin.  

00:31:48: Aber ich habe mich gefühlt wie Dauer  PMS. Aber auch das geht wieder vorüber.

00:31:54: Und ein toller Nebeneffekt, den  ich vorher auch nicht wusste,  

00:31:57: meine Schilddrüsenmedikation ist jetzt  niedriger als vor der Schwangerschaft,  

00:32:01: weil sich das nämlich neu einpendelt.  Und bei mir war es eben zum besseren.

00:32:08: Unpraktisch war in der schmerzhaften  Zeit, dass das Kind genau zu der Zeit  

00:32:11: mehr Nähe und Tragen gebraucht hätte. Da ist dann  wieder gut, wenn es eine weitere Bindungsperson  

00:32:16: gibt, bei der das Kind sich genauso wohl fühlt  und die das Tragen übernehmen kann. Und dann  

00:32:21: eher Kuscheln oder Alternativen. Obwohl es aber  oft auch wirklich nicht anders ging. Weil das  

00:32:27: Problem war ja, dass das Kind als Alternative  zu Stillen mit Mama dann wenigstens Tragen  

00:32:31: mit Mama wollte - und eben nicht mit Papa.  Auch wenn die Bindung dann noch so gut ist.

00:32:41: Und ich war in der Zeit auch in der Apotheke und  da hat man mir dann auch gesagt, dass ich mir,  

00:32:45: wenn es ganz ganz schlimm wird, auch beim  Arzt die Abstillpille - fachlich korrekt  

00:32:51: heißt die Prolaktinhemmer - verschreiben  lassen kann. Ich habe die dann aber nicht  

00:32:55: genommen, weil meine Ärztin mich darauf  hingewiesen hat, dass die Nebenwirkung  

00:32:58: schon sehr heftig sein können. Na ja,  und letztendlich ging es dann auch ohne.

00:33:08: Noch etwas langsamer abstillen und  etwas mutiger beim Ausstreichen sein,  

00:33:14: als es so heftig unangehm wurde. Und  eben auch ruhig Ibuprofen nehmen.

00:33:20: Mental habe ich mich aber dann schon schwer  getan während dem Abstillen. Ich stand voll zu  

00:33:25: meiner Entscheidung und habe es auch durchgezogen.  Aber gleichzeitig ist es nach dieser langen Zeit  

00:33:30: natürlich auch für mich als Mama ein Abschied.  Na ja, und die Hormone machen es natürlich auch  

00:33:35: nicht besser mit der Emotionalität.Und es  musste wirklich viel neu gedacht werden.

00:33:41: Gleichzeitig war es aber echt super, jetzt mehr  Zeit zum Spielen zu haben. Und nur noch essen  

00:33:45: zu müssen. Und meinen Körper endlich wieder  für mich zu haben. Was ich auch super finde,  

00:33:53: sind die ganzen Möglichkeiten, die sich  jetzt eröffnen. Zum Beispiel beim Kind:  

00:33:58: Nachts im eigenen Bett und durchschlafen  - auch wenn das bisher nur einmal getestet  

00:34:01: wurde und dann noch für doof befunden wurde.  Oder meine persönliche Freiheit. Ich bin nicht  

00:34:07: mehr so zeitlich und örtlich gebunden  wie zuvor und dadurch viel flexibler.

00:34:11: Gleichzeitig finde ich jetzt aber auch die Balance  im stressigen Alltag schwieriger. Das Stillen hat  

00:34:15: einen doch immer wieder zusammengebracht und auch  quasi zum Ausruhen gezwungen. Das fehlt jetzt und  

00:34:21: muss schon aktiv beachtet werden, dass da jetzt  nichts untergeht. Und ich finde auch die Nähe ist  

00:34:28: jetzt schon weniger als vorher. Vorher war es  mir zu viel, jetzt finde ich es fast zu wenig.  

00:34:35: Bis auf das Tragen, aber vielleicht ändert sich  das auch noch. Es war aber auch wirklich viel  

00:34:40: Nähe und Stillen. Und da muss man sich  auch erstmal umgewöhnen, auch als Mama.

00:34:47: Zu Beginn war das Runterkommen vom Kindergarten  ohne Stillen echt schwierig. Und ich habe gemerkt,  

00:34:51: das sollte eher tagsüber passieren, nicht nachts.  Also Bindungsbedarf, tagsüber auffangen. Kuscheln,  

00:34:58: wieder zueinanderfinden, statt,  dass ich das dann nachts entlädt.  

00:35:05: Inzwischen kommt mein Kind auch besser runter vom  Kindergarten, also auch mit weniger Kuscheln. Und  

00:35:10: ich habe dabei auch noch mal gemerkt, wie präsent  stillen und Essen bei uns vorher war - und dass  

00:35:17: Auspowern und Bewegungen dadurch teilweise  echt zu kurz kamen. Also irgendwas kam da  

00:35:24: immer zu kurz. Das ist jetzt auch nicht mehr  so. Wie gesagt, auch mehr Zeit zum Spielen.

00:35:29: Am schwierigsten finde ich es aber  immer noch ohne Stillen bei Schmerz.  

00:35:33: Vor kurzem ist mein Kind hingefallen  und gerade im Mundbereich fand ich  

00:35:36: das Stillen immer sehr hilfreich. Weil da auch  schlecht anderweitig desinfiziert werden kann.  

00:35:41: Und das auch immer so heftig aussieht.  Und da hätte ich es dann doch noch mal  

00:35:44: gern gehabt. Aber ich muss sagen, es ging  jetzt dann aber mittlerweile auch gut ohne.

00:35:53: Die Einschlafsituation hätte ich aber schon  auch gerne wie vorher. Und ich finde also nachts  

00:36:01: durchschlafen ohne Stillen ist auch nicht anders  als mit Stillen. Ich finde sogar, dass die Nächte  

00:36:07: gefühlt unruhiger sind als vorher. Und Aufwachen  nachts war mit Stillen auch kein Problem.  

00:36:16: Also ich fand Stillen und dabei schon wieder  wegdösen viel angenehmer als jetzt das Streicheln,  

00:36:21: Handhalten. Na ja, und beides ist nicht  immer so bequem möglich wie das Stillen  

00:36:26: davor. Und wenn es ganz blöd läuft,  dann auch trösten, Geschichten erzählen.

00:36:33: Tragen hat sich dann aber wieder reduzieren  lassen, als das Schlimmste vorbei war.  

00:36:38: Und ich habe festgestellt, dass  manche Strategien, die wir damals,  

00:36:42: bei der Einschlafbegleitung bisschen  mit Stillen gut geklappt hatten - und  

00:36:46: auch die durchzuhalten - jetzt  wieder nützlich geworden sind.

00:36:50: Ich muss aber sagen, generell vermisse ich  schon die zu Beginn genannten Vorteile,  

00:36:57: aber gleichzeitig hat's im Nachhinein schon  gepasst. Und ich denke, dass es sowieso jetzt  

00:37:02: nach und nach zum natürlichen Abstillen gekommen  wäre. Und dem trauere ich tatsächlich am meisten  

00:37:09: nach, dass die Möglichkeit jetzt weg ist. Aber  unterm Strich bleibt für mich, es war richtig,  

00:37:17: wie wir es gemacht haben - auch wenn es  sich zwischendrin nicht so angefühlt hat.

00:37:26: Und weil die Folge jetzt fast zu Ende  ist, möchte ich dir zum Schluss noch mal  

00:37:29: die wichtigsten Punkte zusammenfassen,  die mir in dieser Zeit geholfen haben.

00:37:33: Für mich war Abstillen nämlich  nicht einfach „Milch weglassen“,  

00:37:36: sondern ein Übergang: fürs Kind (weil  da so viel dran hängt wie Einschlafen,  

00:37:39: Nähe, Trost, das hatten wir ja  jetzt) – aber auch für mich.

00:37:45: Was nehmen wir also nun aus dieser Folge mit?

00:37:49: Erstmal ehrlich hinschauen: Wofür  ist Stillen bei uns gerade da? Und  

00:37:53: was müsste an diese Stelle  treten, wenn es wegfällt?

00:37:58: Nicht nur etwas streichen, sondern gleichzeitig  etwas anbieten, das wirklich trägt: Nähe,  

00:38:03: Co‑Regulation, ein neues Ritual, Körperkontakt,  

00:38:06: Geschichten, Tragen – je nachdem,  wofür Stillen bei euch genutzt wird.

00:38:11: Und: Und es gibt nicht die eine Methode.  In meiner Recherche bin ich über sehr  

00:38:17: unterschiedliche Wege gestolpert – und am Ende  ist es oft eine Mischung aus mehreren Bausteinen.

00:38:22: Welche Bausteine das sein können (als  Überblick, ohne dass das „die Lösung“ ist):

00:38:28: Stillmomente verschieben (und  dadurch manchmal unbemerkt streichen)

00:38:32: Stillmahlzeiten schrittweise kürzen

00:38:35: einzelne Stillmahlzeiten gezielt ersetzen  – je nachdem, was gerade am meisten drückt:

00:38:39: die dringlichste/nervigste für die Mutter,  

00:38:41: die leichteste fürs Kind, oder die  praktischste fürs Familien‑Timing

00:38:47: klare Stillpausen mit Zeitfenster (wie bei  der Gordon‑Methode, wenn das zu euch passt)

00:38:51: räumliche Trennung (z.B. nicht  mehr im Schlafzimmer stillen)

00:38:54: „visuelle Hürden“/Barrieren  (z.B. hochgeschlossene Kleidung)

00:38:58: bei manchen Familien auch: zeitweise  Rollenwechsel/andere Bezugsperson übernimmt mehr

00:39:03: Und zwei Dinge, die ich wirklich zentral finde:

00:39:07: Die Mutter muss überzeugt sein.  Nicht im Sinne von „hart werden“,  

00:39:10: sondern innerlich klar sein – weil  Kinder sofort merken, wenn wir wackeln.

00:39:16: Und: Kleine, stimmige Schritte sind oft  wirksamer als ein großer Kraftakt – weil  

00:39:19: Kind und Körper (und auch die Hormone)  Zeit brauchen, sich umzustellen.

00:39:24: Und wenn ihr merkt, es wird nur noch  Kampf: Dann ist das kein „Scheitern“,  

00:39:27: sondern ein Signal, dass der Schritt vielleicht  zu groß ist, Alternativen fehlen oder gerade  

00:39:31: insgesamt zu viel los ist. Dann kann eine  Pause helfen – und dass man es einen Monat  

00:39:37: später vielleicht nochmal versucht, langsamer  vorgeht oder erstmal nur teilweise abstillt.  

00:39:44: Und Unterstützung (z.B. Stillberatung)  kann da wirklich den Unterschied machen.

00:39:50: Und damit danke ich euch fürs Zuhören. Und denkt  daran: Einfach Eltern sein heißt … Grenzen haben  

00:39:56: zu dürfen, ohne die Verbindung zu verlieren. Wenn du magst, schreib mir gern,  

00:40:01: wie ihr das Abstillen erlebt habt  – oder wo du gerade festhängst.  

00:40:04: Vielleicht hilft deine Erfahrung auch anderen,  die gerade an einem ähnlichen Punkt stehen.

00:40:12: Du möchtest keine Folge mehr verpassen?  Dann freue ich mich, wenn du Just Melly  

00:40:20: abonnierst und mir einen Daumen hoch  gibst. Danke für deine Unterstützung.

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