Die Geschichte hinter ‚Just Melly – Einfach Eltern sein‘

Shownotes

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00:00:00: Willkommen bei Just Melly – Einfach Eltern sein.  Ich bin Melly, Stiefmama und Mama und möchte  

00:00:05: Kinder respektvoll, liebevoll und ehrlich  auf Augenhöhe begleiten – ohne mich dabei  

00:00:09: zu verlieren. Elternsein bedeutet für mich, ein  stimmiges Maß zu finden – mit einer reflektierten  

00:00:13: Haltung statt nur Methoden und der Bereitschaft,  gemeinsam mit unseren Kindern zu wachsen.

00:00:18: Vielen Dank, dass du eingeschaltet hast  zur zweiten Folge von Just Melly – Einfach  

00:00:21: Eltern sein. Heute möchte ich meinen  Podcast noch etwas näher vorstellen. 

00:00:26: Vielleicht hörst du heute das erste Mal rein  – dann freue ich mich sehr, dass du da bist. 

00:00:31: Und wenn du nach der ersten Folge wieder  eingeschaltet hast, danke, dass du dir  

00:00:35: erneut Zeit für mich und diesen Podcast nimmst. Falls du sie noch nicht gehört hast: In der ersten  

00:00:40: Folge gebe ich dir schon einen ersten Einblick in  meine Haltung zum Elternsein – vielleicht magst du  

00:00:45: da später noch reinhören. Da ging es darum, warum  gute Vorsätze rund ums Elternsein manchmal mehr  

00:00:50: Druck machen, als dass sie uns wirklich helfen. Und heute möchte ich dir nun noch ein bisschen  

00:00:55: mehr über mich, meinen Weg als Mama und  Stiefmama und die Entstehung dieses Podcasts  

00:00:59: erzählen – also darüber, wie „Just Melly –  Einfach Eltern sein“ überhaupt entstanden ist.

00:01:03: Ich bin Melly, Stiefmama von zwei fast erwachsenen  Töchtern und inzwischen auch selbst Mama. 

00:01:09: Mein Herzensthema ist, Kinder respektvoll,  liebevoll und ehrlich auf Augenhöhe zu begleiten  

00:01:14: – und dabei nicht zu vergessen, dass ich selbst  auch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen bin.

00:01:21: Elternsein heißt für mich, immer wieder neu  auszubalancieren: Wie können wir Verbundenheit  

00:01:26: leben und zugleich unsere Grenzen wahren?  Wie finden die Bedürfnisse der Kinder ihren  

00:01:31: Platz – und gleichzeitig auch meine? Und  wie organisieren wir unseren vollen Alltag,  

00:01:38: ohne die Beziehung zueinander aus den Augen zu  verlieren? Für mich gehört dazu, gut genug statt  

00:01:44: perfekt zu sein – weil das Leben chaotisch ist  und wir nun mal Menschen sind, keine Maschinen.

00:01:51: Ich schaue gern hin und frage nach dem „Warum“  hinter dem Verhalten und glaube fest daran,  

00:01:56: dass Kinder kompetente Menschen sind, von  denen wir unglaublich viel lernen können.  

00:02:01: Ich sehe Elternschaft als langen Weg, auf  dem wir uns immer wieder neu sortieren,  

00:02:05: dazulernen und auch unsere Fehler mit  in den Lernprozess einladen dürfen.

00:02:10: Mir ist wichtig, Kinder als gleichwertige  Menschen zu behandeln, deren Gefühle,  

00:02:13: Grenzen und Bedürfnisse ernst  genommen werden und die mitreden  

00:02:16: dürfen – natürlich innerhalb eines  sicheren Rahmens durch uns Erwachsene.

00:02:21: Schon bevor ich Kinder bekommen habe, hatte  ich – wie viele von uns – ein Bild im Kopf,  

00:02:25: wie ich einmal erziehen möchte: demokratisch, auf Augenhöhe und mit Respekt. Diese Grundhaltung war  

00:02:33: für mich immer unverrückbar. Als dann  meine Stiefkinder in mein Leben kamen,  

00:02:37: habe ich aber gemerkt, dass nicht alles so  einfach eins zu eins umsetzbar ist, wie ich  

00:02:41: mir das vorher im Kopf überlegt hatte. Viele  Werte und Regeln waren durch die Vorgeschichte  

00:02:45: der Kinder schon da, und ich habe mich ein  Stück weit daran orientiert, damit es für sie  

00:02:50: stimmig bleibt – und gleichzeitig versucht, meine  unverrückbaren Grundwerte trotzdem einzubringen.

00:02:56: Rückblickend merke ich, dass damals vieles  noch eher intuitiv lief und ich gar nicht  

00:03:00: so tief reflektiert habe. Vieles hat „irgendwie“  funktioniert, ohne dass ich genau wusste, warum.  

00:03:06: Was ich aber bis heute sehr wertvoll finde – und  was ich jeder Familie empfehlen würde –, ist,  

00:03:11: dass wir uns damals erst als Eltern und  danach mit den Kindern zusammengesetzt  

00:03:14: und aufgeschrieben haben, welche Werte  uns wichtig sind und wie wir miteinander  

00:03:18: umgehen wollen. Daraus ist so etwas  wie ein kleiner Wertekanon entstanden,  

00:03:24: der für alle sichtbar war und an den  wir uns im Alltag erinnern konnten.

00:03:28: Später, als die Kinder älter wurden, habe  ich diesen Kanon immer wieder angepasst  

00:03:32: und irgendwann ein Bild daraus gemacht,  das heute noch im Wohnzimmer hängt. Heute  

00:03:37: würde ich manche Prioritäten anders setzen  und ein paar Punkte sogar infrage stellen,  

00:03:41: weil mir klarer ist, welche Glaubenssätze aus  unserer eigenen Kindheit da mit hineingeflossen  

00:03:45: sind. Glaubenssätze sind so innere Sätze wie  zum Beispiel der Klassiker „Erst die Arbeit,  

00:03:49: dann das Vergnügen“, die wir einfach übernehmen,  

00:03:51: ohne sie wirklich zu hinterfragen – und die ich  heute nicht mehr so schlicht unterschreiben würde.

00:03:58: Was mich damals schon umgehauen hat, war, wie  sehr die Kinder mich verändert haben – und wie  

00:04:03: viel wir von ihnen lernen und daran wachsen  können, wenn wir wirklich zuhören. Ich fand  

00:04:07: es damals schon als Bereicherung,  quasi „Melly Plus“. Ich habe erlebt,  

00:04:14: dass Kinder oft sehr klare Vorstellungen  davon haben, was sie brauchen und was sich  

00:04:17: für sie stimmig anfühlt, sobald sie sich  sicher genug fühlen, das auszusprechen.

00:04:24: Die Kinder hatten deshalb bei vielen  Entscheidungen eine starke Stimme und  

00:04:28: auch ein Vetorecht. Wir Erwachsenen haben ihre  Einwände ernst genommen und dann abgewogen,  

00:04:33: was sinnvoll und umsetzbar ist. Natürlich gibt  es Situationen, in denen Kinder je nach Alter  

00:04:38: noch nicht alles überblicken können – und  dann bleibt die letzte Verantwortung bei  

00:04:42: uns Erwachsenen. Das haben wir natürlich auch  so gemacht. Vieles haben wir aber demokratisch  

00:04:46: entschieden, sodass alle mitreden konnten.  Und wenn wir uns gar nicht einigen konnten,  

00:04:51: durfte auch mal das Los helfen – zum Beispiel  bei Filmen oder Spielen. Uns war wichtig,  

00:04:56: dass sich niemand dem Zufall ausgeliefert fühlt  und die Kinder erleben: Meine Meinung zählt hier,  

00:05:02: und Entscheidungen werden nicht einfach  über meinen Kopf hinweg getroffen.

00:05:07: Das waren jetzt ein paar Beispiele,  was ich so als Stiefmama gemacht habe. 

00:05:12: Und im Großen und Ganzen hatte ich das Gefühl,  wir machen das super und haben das im Griff.  

00:05:17: Damals lief das intuitiv. Ich habe gar  nicht so viel gelesen – beziehungsweise  

00:05:22: war das schon länger her, dass ich da was  gelesen habe und mich informiert habe.

00:05:27: Deshalb war mir zwar klar,  dass es anstrengend wird,  

00:05:30: als ich schwanger war und dass es  viele Veränderungen geben wird,  

00:05:34: aber ich war mir sicher, dass wir das schaffen  werden. Dass wir die richtige Einstellung haben.

00:05:39: Über Babys und Kleinkinder wusste ich nicht so  viel, da habe ich mich dann schon noch informiert.  

00:05:45: Und auch viel dazugelernt, was mir später sehr  geholfen hat und quasi den Grundstein gelegt hat  

00:05:50: – zuvorderst die Frühsignale des Babys, schon  lang bevor es überhaupt schreit. Und direkt  

00:05:55: nach der Geburt habe ich dann auch noch einen  Kurs direkt im Krankenhaus gemacht und die  

00:05:59: Hilfe der Schwestern im Handling von Babys war  auch echt super. Da habe ich auch viel gelernt.

00:06:06: Und trotzdem war das Mamasein dann völlig  anders als erwartet. Mittlerweile weiß ich,  

00:06:11: dass es den meisten Eltern so geht –  und oft nicht nur beim ersten Kind.  

00:06:14: Damals habe ich mich aber erst mal total  verloren, überfordert und auch überwältigt  

00:06:18: gefühlt. Da war dieses kleine Wesen, das absolut  abhängig von mir war, und ich hatte solche Angst,  

00:06:23: etwas falsch zu machen. Vielleicht kennst du das  auch – dieses Gefühl, dein Baby könnte zerbrechen,  

00:06:28: wenn du nur einmal nicht richtig aufpasst.  Sie sind so winzig und wirken so verletzlich.

00:06:35: Da haben mir dann aber die Schwestern im  Krankenhaus und die Hebamme wirklich sehr  

00:06:38: geholfen. Wer hätte gedacht, dass ein sicherer,  großflächiger Griff für Babys oft viel angenehmer  

00:06:43: ist als dieses übervorsichtige Rumgestupse  und -gezupfe, bei dem wir ständig Angst haben,  

00:06:48: ihnen wehzutun? Gerade ganz kleine Babys – und  erst recht Frühchen – sind durch ihr unreifes  

00:06:54: Nervensystem oft noch sehr reizempfindlich.  Viele Reize kommen ungefiltert bei ihnen an.  

00:06:59: Für sie kann dieses ständige, nervöse Streicheln  und Zurechtrücken der Kleidung dann schnell zu  

00:07:03: viel werden. Ein ruhiger, klarer und eher  großflächiger Körperkontakt gibt ihnen viel  

00:07:08: mehr Halt und Sicherheit als dieses fummelige,  fahrige Anfassen – das ich auch am Anfang gemacht  

00:07:13: habe. Und ganz ehrlich, das macht ja selbst  uns Erwachsene wahnsinnig, dieses Rumgefummel.

00:07:19: Ich hatte ständig Angst, etwas  falsch zu machen, irgendeinen Fehler,  

00:07:22: der dauerhaft Schaden anrichten könnte.  Ich hatte ständig Fragen, wusste nicht,  

00:07:27: wie das geht oder jenes geht. Und  deshalb habe ich dann angefangen,  

00:07:31: mich noch mehr zu informieren. Mir wurde  klar, wie wenig ich eigentlich wusste.

00:07:36: Begonnen hat es, wie gesagt, eigentlich schon  in der Schwangerschaft, aber richtig los ging  

00:07:40: es dann mit Baby mit den Themen Stillen  und Babypflege. Dann kam Tragen dazu,  

00:07:46: dann noch Stoffwindeln und Abhalten – weil  mein Kind einfach nicht in die Windeln machen  

00:07:52: wollte. Und ich war dann so froh, als  ich das Abhalten entdeckt habe. Naja,  

00:07:58: und dann stolpert man auch über andere  Videos und Podcasts. Und von da war der  

00:08:04: Weg zu Erziehungsthemen nicht mehr weit und dann  auch generell zu Themen rund um Elternschaft.

00:08:10: Mittlerweile weiß ich, dass Kinder robuster sind,  

00:08:12: als wir oft denken – was natürlich nicht  heißt, dass alles egal ist, was wir tun.  

00:08:16: Aber es ist schon so: Solange wir unsere Kinder  nicht dauerhaft überfordern oder verletzen und  

00:08:20: bereit sind hinzuschauen, uns zu entschuldigen  und Verantwortung zu übernehmen, können sie  

00:08:26: vieles später einordnen und heilen – gemeinsam  mit den Fähigkeiten, die wir ihnen mitgeben.

00:08:32: Wir werden Fehler machen, und ja, jedes Kind  bekommt von seinen Eltern einen Rucksack  

00:08:36: mit – so wie wir das auch von unseren  Eltern mitbekommen haben. Aber dieser  

00:08:40: Rucksack ist nicht für immer festgezurrt.  Wenn wir ihnen gleichzeitig genügend Liebe,  

00:08:44: Sicherheit und innere Stärke mitgeben, können  sie später reflektieren und selbst entscheiden,  

00:08:49: was sie aus diesem Rucksack behalten, was sie  weitergeben wollen und was sie für sich verändern  

00:08:54: oder ablegen möchten. Das ist ihr gutes Recht  – und wir müssen heute noch gar nicht wissen,  

00:08:59: was davon für ihr späteres Leben  hilfreich sein wird und was nicht.

00:09:04: Nach und nach wurde mir auf dieser  Reise klar, dass meine anfängliche  

00:09:07: Grundhaltung schon sehr wertvoll war –  der „Überbau“ hat sich nur verändert,  

00:09:11: ist differenzierter, informierter,  bewusster geworden. Ich habe mich immer  

00:09:16: weiterentwickelt und bin gleichzeitig  wieder zu meinem Kern zurückgekommen,  

00:09:20: mit ein paar wichtigen Anpassungen. Aber die  wird es immer geben, und die sind auch nötig,  

00:09:25: weil Leben nun einmal Veränderung bedeutet und  auch wir uns deshalb immer weiter verändern.

00:09:31: Und während ich all diese Bücher gelesen, Videos  geschaut, Podcasts gehört und an Online-Seminaren  

00:09:36: teilgenommen habe, ist in mir nach und nach der  Wunsch gewachsen, nicht nur für mich Antworten zu  

00:09:41: suchen, sondern meine Erfahrungen und Gedanken  mit anderen Eltern zu teilen. Ich wollte nicht  

00:09:45: nur verstehen, wie ich meinen eigenen Alltag mit  Kindern liebevoller und stimmiger gestalten kann,  

00:09:50: sondern auch dazu beitragen, dass die Welt für  Kinder Stück für Stück ein bisschen besser wird.

00:09:56: Mir ist in dieser Zeit noch einmal viel klarer  geworden, wie sehr Kinder darauf angewiesen sind,  

00:10:00: dass Erwachsene ihre Verantwortung ernst nehmen.  Kinder brauchen Menschen, die sie schützen,  

00:10:04: ihre Gefühle und Grenzen wahrnehmen  und sie in Entscheidungen einbeziehen,  

00:10:08: wo immer es möglich ist. Und sie brauchen  Erwachsene, die bereit sind, ihre eigene Macht  

00:10:12: zu reflektieren und hinzuschauen, wenn etwas nicht  gut läuft – statt einfach „weiter so“ zu machen.

00:10:19: Gleichzeitig erlebe ich, dass genau das in  unserem Alltag oft nicht wirklich gut gelingt.  

00:10:24: Viele Strukturen in unserer Gesellschaft sind  nicht besonders kinderfreundlich – von der Art,  

00:10:28: wie in der Öffentlichkeit über Kinder gesprochen  wird, bis hin zu politischen Entscheidungen,  

00:10:32: die Familien das Leben eher schwer machen,  als sie zu entlasten. Auch in Kitas,  

00:10:36: Schulen und im Umgang mit Lernen insgesamt ist  noch viel Luft nach oben, wenn wir wirklich  

00:10:40: ernst nehmen wollen, was Kinder brauchen,  um gesund und selbstbewusst aufzuwachsen.

00:10:45: Für mich ist über die Jahre immer deutlicher  geworden: Es geht nicht nur darum,  

00:10:48: wie wir als einzelne Eltern mit unseren  Kindern umgehen, sondern auch darum,  

00:10:52: Missstände zu benennen und darüber zu  sprechen. Je häufiger wir darüber reden,  

00:10:57: wie ein respektvoller, kindgerechter Umgang  aussehen kann – in Familien, in Bildung,  

00:11:02: in Politik –, desto mehr kann sich Stück  für Stück verändern. Ich wünsche mir,  

00:11:08: mit diesem Podcast einen kleinen Beitrag  dazu zu leisten, dass sich diese Perspektive  

00:11:12: weiter verbreitet und irgendwann nicht mehr die  Ausnahme, sondern ganz selbstverständlich ist.

00:11:18: Gleichzeitig ist mir immer deutlicher  bewusst geworden, wie weitreichend das ist,  

00:11:21: was in Familien passiert. Zu Hause wird  jeden Tag geübt, wie wir mit Macht, Grenzen,  

00:11:26: Mitbestimmung und Vielfalt umgehen. Kinder  erleben dort, ob ihre Stimme zählt, ob Konflikte  

00:11:31: mit Druck oder mit Dialog gelöst werden, ob  Unterschiede abgewertet oder wertschätzend  

00:11:35: angeschaut werden. Diese Erfahrungen nehmen sie  mit in ihr späteres Leben – in Freundschaften,  

00:11:40: in Beziehungen, in die Arbeitswelt und in ihr Bild  davon, wie unsere Gesellschaft funktionieren kann.

00:11:48: Wenn wir heute auf manche Machtverhältnisse oder  Entscheidungen schauen, sehen wir oft auch die  

00:11:52: Spuren von Haltungen, die einmal ganz klein  in Familien begonnen haben. Mir ist wichtig,  

00:11:56: dass wir unsere Kinder auf eine Zukunft  vorbereiten, in der es mehr braucht als  

00:11:59: alte Muster und dieses „Das macht man halt so“.  Familien tragen dazu enorm viel bei, meist ganz  

00:12:07: leise und unspektakulär – einfach, indem sie im  Alltag vormachen, wie Miteinander gelingen kann.

00:12:14: In dieser intensiven Zeit habe ich auch noch  einmal anders auf meine eigene Rolle als Frau,  

00:12:19: Mutter und Partnerin geschaut. Vor der Geburt  habe ich unsere Beziehung als ziemlich fair  

00:12:24: und gleichberechtigt erlebt. Nach der Geburt  hat sich das trotzdem verändert – nicht, weil  

00:12:29: wir das so geplant hatten, sondern weil wir, wie  so viele Paare, in Rollen hineingerutscht sind.  

00:12:35: Plötzlich lag viel mehr von der unsichtbaren  Organisationsarbeit, dem Mental Load, bei mir:  

00:12:40: Termine im Blick haben, Bedürfnisse aller  im Kopf jonglieren, an alles denken,  

00:12:44: was das Familienleben irgendwie am Laufen hält.

00:12:47: Also: Mein Mann ist kein Klischee-Mann  aus einem negativen Ratgeber, der sich  

00:12:51: gar nicht kümmert – wie das manchmal  beschrieben wird. Das ist echt übel,  

00:12:54: was da manchmal geschrieben wird, mit Männern, die  eifersüchtig auf ihre Babys sind und so. Also nee,  

00:12:59: da ist er wirklich weit davon entfernt. Der ist  wirklich toll. Und trotzdem haben wir gemerkt,  

00:13:04: wie stark alte Rollenbilder und Erwartungen an  Mütter und Väter auch auf uns eingewirkt haben.

00:13:10: Mir ist wichtig zu sagen: So geht es vielen Paaren  nach der Geburt. Man wacht nicht eines Morgens auf  

00:13:15: und beschließt: „Ab heute trage ich die ganze  Last alleine.“ Es passiert schleichend – durch  

00:13:21: Strukturen, durch gesellschaftliche Erwartungen,  durch äußere Rahmenbedingungen wie Elterngeld,  

00:13:26: Arbeitszeiten, Betreuungsplätze.  Und mittendrin stehen dann Eltern,  

00:13:31: die eigentlich nur gute Eltern sein wollen und  versuchen, es irgendwie allen recht zu machen.

00:13:36: All diese Erfahrungen – meine eigene  Unsicherheit, das viele Dazulernen, das Ringen  

00:13:40: um Gleichwürdigkeit mit Kindern und um  mehr Fairness in der Elternrolle – haben  

00:13:44: nun also den Wunsch in mir wachsen lassen,  darüber zu sprechen. Und mit der Zeit ist  

00:13:50: daraus die Idee entstanden, das Wissen und  die Gedanken, die ich mir erarbeitet habe,  

00:13:53: weiterzugeben. Ich möchte Eltern dabei  unterstützen, ihre Kinder besser zu verstehen,  

00:13:59: Zusammenhänge einzuordnen und neue Perspektiven  auf ihr eigenes Elternsein zu bekommen. Nicht,  

00:14:04: weil ich alle Antworten habe, sondern weil ich  glaube, dass Informationen, Beispiele und ehrliche  

00:14:09: Einblicke dabei helfen können, das eigene Handeln  zu reflektieren und bewusster zu gestalten.

00:14:14: In den Wirren des Alltags und bis ich  auch wirklich den Mut dazu gefunden habe,  

00:14:18: hat es dann aber noch über zwei Jahre  gedauert, bis ich den Podcast wirklich  

00:14:22: gestartet habe. Ich habe den Start immer wieder  verschoben – weil ich einfach zu erschöpft war,  

00:14:27: weil ich an mir gezweifelt  habe, aus dem Gefühl heraus,  

00:14:30: noch nicht genug zu wissen. Aber ganz ehrlich:  Man lernt immer dazu, man weiß nie „genug“.

00:14:36: Heute bin ich froh, dass ich  mir die Zeit genommen habe,  

00:14:39: weil ich in dieser Phase fachlich und  persönlich viel dazugelernt habe und  

00:14:42: wirklich gewachsen bin. Und gleichzeitig habe ich  aber verstanden: Es wird nie den Moment geben,  

00:14:48: in dem alles fertig und perfekt ist.  Irgendwann müssen wir einfach losgehen.

00:14:53: Also habe ich jetzt einfach mal den Podcast  gestartet und wachse jetzt mit euch gemeinsam  

00:14:58: weiter und lerne mit euch gemeinsam  weiter. Ich habe immer noch viele Ideen,  

00:15:02: aber ich weiß, dass sich manches erst im  Tun zeigen wird. Dieser Podcast darf sich  

00:15:06: verändern – so wie wir als Eltern uns mit  unseren Kindern verändern. Ich weiß heute,  

00:15:10: dass er – genau wie ich als Mama  und Stiefmama – nicht fertig ist,  

00:15:14: sondern Schritt für Schritt wachsen wird. Ich  kann noch nicht genau sagen, welche Themen  

00:15:17: am Ende im Mittelpunkt stehen werden. Aber ich  möchte dich einladen, immer wieder mitzudenken,  

00:15:22: mitzuspüren und dir das mitzunehmen, was für dich,  dein Kind und eure Situation gerade hilfreich ist.

00:15:30: So, damit sind wir jetzt auch schon fast  am Ende der Folge angekommen – und ich  

00:15:33: habe heute viel von meinem Weg erzählt: von  meinen ersten Vorstellungen als Stiefmama,  

00:15:38: von all dem Dazulernen als Mama  und davon, wie aus diesem ganzen  

00:15:42: Prozess schließlich dieser Podcast entstanden ist.

00:15:46: Was nehmen wir aus dieser Folge mit?  Zum einen: Es ist völlig in Ordnung,  

00:15:50: wenn Elternsein kein gerader Weg ist, sondern  eher ein Hin und Her aus Ausprobieren, Scheitern,  

00:15:55: dazulernen und neu sortieren. Deine Haltung  und deine Bereitschaft hinzuschauen sind  

00:16:00: wichtiger als ein perfekter Plan.  Zum anderen: Du musst nicht warten,  

00:16:04: bis du „fertig“ bist, um etwas zu verändern  – weder in deinem Familienalltag noch bei  

00:16:10: Herzensprojekten. Gut genug ist ein  Anfang, aus dem etwas wachsen darf.

00:16:16: Vielleicht ist das ein schöner Moment, um kurz  auf deinen eigenen Weg als Elternteil zu schauen:  

00:16:21: Was hat dich geprägt, was hat sich verändert –  und worauf bist du heute schon ein bisschen stolz?

00:16:29: Danke, dass du dir Zeit genommen  hast, mir heute zuzuhören. 

00:16:32: Einfach Eltern sein heißt für mich,  den eigenen Weg nicht perfekt,  

00:16:35: aber bewusst zu gehen – im Wissen, dass  wir unterwegs immer weiter lernen dürfen.

00:16:40: In der nächsten Folge schauen wir uns dann  den Namen dieses Podcasts genauer an und  

00:16:44: gehen der Frage nach, was hinter „Just  Melly – Einfach Eltern sein“ eigentlich  

00:16:47: steckt. Gefällt dir mein Podcast und du möchtest  keine Folge mehr verpassen? Dann freue ich mich,  

00:16:52: wenn du Just Melly abonnierst und mir einen  Daumen hoch gibst. Danke für deine Unterstützung.

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