Gut genug statt perfekt: Entspannter ins neue Elternjahr starten
Shownotes
Zum Jahreswechsel setzen sich viele Eltern ehrgeizige Neujahrsvorsätze – und landen dann doch wieder im alten Alltagsstress. In dieser Folge spreche ich darüber, warum perfektionistische Ziele im Familienleben oft mehr Druck als Veränderung bringen und warum eine liebevolle, ehrliche Grundhaltung hilfreicher sein kann als jede To-do-Liste. Du bekommst Impulse, wie du das neue Elternjahr mit mehr Freundlichkeit dir selbst gegenüber und weniger Selbstoptimierungsstress betrachten kannst – ohne fertige Anleitungen, aber mit Platz für deine eigenen Schritte.
KAPITEL:
00:00:00 Intro 00:00:18 Begrüßung 00:01:55 Jahresanfang: Erwartungen vs. Realität** 00:05:05 Grundhaltung statt Vorsätze & Methoden** 00:07:13 Einfach losgehen: Meine Podcast-Reise beginnt 00:08:36 Was nehmen wir aus dieser Folge mit? 00:09:14 Outro
Hier findest du mehr von ‚Just Melly – Einfach Eltern sein‘:
- https://www.youtube.com/@JustMelly-Eltern
- Und überall wo es Podcasts gibt.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei Just Melly - Einfach Eltern sein. Ich bin Melly,
00:00:03: Stiefmama und Mama und möchte Kinder respektvoll,
00:00:05: liebevoll und ehrlich auf Augenhöhe begleiten – ohne mich dabei zu verlieren.
00:00:09: Elternsein bedeutet für mich, ein stimmiges Maß zu finden – mit einer reflektierten Haltung
00:00:13: statt nur Methoden und der Bereitschaft, gemeinsam mit unseren Kindern zu wachsen.
00:00:18: Danke, dass du eingeschaltet hast zu meiner ersten Folge von
00:00:20: Just Melly – Einfach Eltern sein. Ich bin ein wenig aufgeregt und so
00:00:24: gespannt wie dieses Jahr werden wird und wie sich dieser Podcast mit euch entwickeln wird.
00:00:28: Nochmal zu mir. Ich bin Melly und Stiefmama von zwei tollen, fast erwachsenen Töchtern und
00:00:32: inzwischen auch selbst Mama – und mir ist wichtig, dass wir Kindern mit Respekt und
00:00:36: auf Augenhöhe begegnen, also dass wir sie wirklich sehen und hören – und dabei
00:00:40: trotzdem uns selbst als Eltern nicht verlieren. Dabei muss Elternsein nicht perfekt sein,
00:00:47: aber ehrlich, liebevoll und irgendwie passend zum echten Alltag – mit allem, was schon gut läuft,
00:00:52: und dem, was noch wachsen darf. Und genau da setzt dieser Podcast für
00:00:56: mich an: also nicht als Ratgeber mit fertigen Schubladen, sondern als Raum zum Nachdenken,
00:01:01: Ausprobieren und Neu-Sortieren im Familienalltag. Ich kann und werde dir hier also keine fertigen
00:01:06: Anleitungen geben, sondern stattdessen lade ich dich ein, mit mir gemeinsam hinzuschauen,
00:01:10: zu reflektieren und deinen eigenen Weg als Elternteil zu finden – so, wie er zu dir,
00:01:16: deinem Kind und eurer Situation passt. Ich selbst bin auch auf dieser Reise noch
00:01:21: unterwegs. Und ich find auch Elternschaft ist einfach ein lebenslanger Prozess,
00:01:26: in dem wir uns immer wieder neu sortieren, lernen und auch wachsen dürfen.
00:01:31: Und genau wie ich Elternschaft angehe, will ich auch diesen Podcast starten: ein bisschen so,
00:01:38: wie viele Eltern in ein neues Leben mit einem Baby starten – mit einer Idee, mit Werten,
00:01:43: aber ohne fertige Anleitung. Ich weiß noch nicht genau, wohin diese Reise führt. Aber
00:01:47: wenn du Lust hast, gehen wir dieses Jahr ein Stück gemeinsam – du in deinem Familienalltag
00:01:51: und ich mit diesem Podcast und wir lernen unterwegs voneinander.
00:01:55: Der Jahresanfang passt meiner Meinung nach perfekt zu den Impulsen dieser ersten Folge,
00:01:59: weil er uns oft vorgaukelt, jetzt wird alles anders – vor allem im Elternsein.
00:02:03: Und dann sind wir voller guter Vorsätze. Dieses Jahr schaffe ich es mein Kind nicht
00:02:07: mehr anzuschreien. Ich werde viel geduldiger. Und meinen Alltag habe ich natürlich auch besser im
00:02:12: Griff. Ab jetzt mache ich alles ‚richtig‘. Ich werde ein besserer Mensch.
00:02:19: Als ob wir ohne diese Vorsätze vorher kein guter Mensch waren. Als ob wir uns
00:02:22: selbst optimieren müssen. Generell finde ich diesen ganzen Selbstoptimierungshype
00:02:26: aktuell überhaupt nicht gut und ehrlich gesagt auch sehr abwertend uns selbst gegenüber. Ich habe
00:02:32: nichts dagegen sich Dinge anzuschauen, die nicht gut funktionieren und uns und unsere Liebsten
00:02:36: einschränken. Es ist immer gut, es uns und unser Leben etwas leichter und angenehmer zu machen.
00:02:41: Aber dieses Abwertende, das finde ich nicht gut. Und dann treffen ja all diese Erwartungen auch
00:02:47: noch auf die Realität des chaotischen und unvorhersehbaren Alltags. Natürlich können
00:02:52: wir das nicht erfüllen. Die Erwartungen sind viel zu groß, zu unrealistisch und
00:02:57: auch zu unkonkret und ungeplant gedacht. Und das erzeugt dann auch wieder innerlich Druck,
00:03:02: Versagensangst und dann vergleichen wir uns auch gern mit anderen, die es doch viel besser
00:03:08: schaffen als wir. Was natürlich Quatsch ist. Die struggeln genauso wie wir.
00:03:13: Und schon ist dann die anfängliche Euphorie des Neujahrsvorsatzes verflogen und zurück bleibt
00:03:18: der Stress. Und was passiert bei Stress? Wir fallen in alte Muster. Lernen und Veränderung sind
00:03:24: so gar nicht möglich. Weil Lernen kann nämlich nur in einem positiven Setting stattfinden.
00:03:30: Entspannt, ohne diesen Erwartungsdruck und vor allen Dingen auch ohne diese Abwertung.
00:03:35: Natürlich dürfen wir uns auch Ziele setzen. Aber dabei darf es eben auch Widersprüche geben. Wir
00:03:39: dürfen uns eingestehen, dass wir es zwar anders machen wollen, es aber eben nicht immer schaffen
00:03:44: und vor allem auch nicht sofort. Dass es dauern kann und es auch mal Rückschritte gibt.
00:03:50: Fehler machen ist völlig in Ordnung und ich finde, dass sie auch eine super Möglichkeit
00:03:55: zu wachsen. Weil aus jedem Fehlschlag können wir auch etwas über uns und unsere Umgebung
00:04:00: lernen und unser Gegenüber. Erkenntnisse, die wir sonst niemals gewonnen hätten. Wir
00:04:06: machen ja immer erst mal Fehler bevor wir es richtig machen. Anders gehts ja
00:04:10: gar nicht. Wenn wir immer gleich alles richtig machen würden ... das funktioniert ja nicht.
00:04:16: Also lass uns diese ganzen Vorsätze und Erwartungen einfach aufgeben und lass
00:04:20: uns einfach versuchen „Gut genug“ zu sein. Vielleicht sind wir mal wieder gescheitert
00:04:25: und haben es nicht geschafft. Aber vielleicht war es schon etwas besser? Vielleicht hat etwas
00:04:30: länger gedauert, dass wir es geschafft haben? Also lass uns kleine, ehrliche Schritte gehen,
00:04:36: die unser Leben aber wirklich Stück für Stück zum Positiven verändern.
00:04:39: Es muss nicht alles perfekt und gleich auf Anhieb klappen. Sondern
00:04:43: nach und und nach und gut genug reicht völlig aus. Und vielleicht ist bei näherer Betrachtung manches
00:04:49: gar nicht so schlecht und muss gar nicht verändert werden oder nur eine kleine Nuance? Vielleicht
00:04:54: sauch nur die Perspektive darauf? Also lasst uns den Jahresanfang als
00:04:59: Moment der Selbstreflexion nutzen und nicht als Start von Selbstoptimierung.
00:05:05: Und da setzt für mich die innere Haltung im Elternsein an, die für mich viel wichtiger
00:05:10: ist als jede Methode oder jede Liste an guten Vorsätzen, die wir ja vor allem
00:05:14: wie gesagt im neuen Jahr haben. Also z. B. Wie möchtest du deinen Kindern begegnen?
00:05:20: Auf Augenhöhe und mit Respekt? Dürfen sie mitbestimmen innerhalb eines klaren
00:05:24: sicheren Rahmens durch uns Erwachsene? Wie möchtest du dir selbst begegnen? Mit
00:05:28: Freundlichkeit und Nachsicht? Einfach Mensch sein, der eben auch Fehler macht, aber an ihnen wächst?
00:05:34: Deinem Leben mit Neugier und Lernbereitschaft begegnen,
00:05:37: weil es immer etwas Neues zu entdecken gibt? Wie möchtest du auch deinem Gegenüber begegnen?
00:05:43: Am besten natürlich genauso freundlich wie dir selbst. Mit uns fällt es uns
00:05:47: ab und zu sowieso schwerer als mit dem Gegenüber. Ich habe darauf auch nicht alle Antworten wie es
00:05:53: richtig und wie es falsch ist. Aber ich bin bereit, hinzuschauen und ehrlich mit
00:05:57: mir zu ringen und daran zu wachsen. Und deshalb möchte ich mein Jahr
00:06:01: mit ein paar Reflektionsfragen statt guter Vorsätze starten.
00:06:06: Ich möchte auf das alte Jahr zurückblicken und mir anschauen:
00:06:09: Was lief gut? Und was möchte ich ins neue Jahr mitnehmen?
00:06:13: Was lief letztes Jahr nicht so gut? Wo könnte ich im neuen Jahr genauer hinschauen?
00:06:20: Und auch was habe ich im alten Jahr bereits erreicht? Ganz wichtig auch
00:06:24: unsere Erfolge zu feiern. Meistens stellt man dann fest, dass es doch eine Menge war und
00:06:28: man doch schon ein gutes Stück des Weges vorangekommen ist. Nur durch die kleinen
00:06:31: Minischritte oder im hektischen Trubel des Alltags ist es gar nicht aufgefallen.
00:06:37: Und wenn ich in einem Jahr auf das alte Jahr zurückblicke, also Ende 2026, Anfang
00:06:44: 2027. Welche Antworten möchte ich dann auf die eben gestellten Fragen geben können? Was möchte
00:06:50: ich bis dahin erreicht haben? Und wie gesagt nicht im Sinne von Selbstoptimierung. Sondern
00:06:54: welchen Weg bin ich gegangen? Woran bin ich gewachsen? Was habe ich gelernt?
00:07:00: Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen? Und dann aber auch. Wo muss ich
00:07:05: hinschauen? Welche kleinen Schritte sind nötig? Wo kann ich noch dazulernen?
00:07:13: Für das neue Jahr möchte ich auf jeden Fall endlich mit dem Podcast durchstarten, was ich
00:07:18: ja jetzt mache mit der ersten Folge. Und ich habe ihn auch wirklich lange genug geplant muss ich
00:07:23: sagen. Ich wollte schon vor 2 Jahren starten, also wirklich schon lang. Trotzdem, muss ich sagen,
00:07:28: bin ich froh, dass ich erst jetzt gestartet habe. Weil in der Zwischenzeit habe ich so viel Neues
00:07:32: gelernt und so viele neue Erkenntnisse gewonnen. Damals hätte ich den ganz anders gestartet. Eine
00:07:38: Erkenntnis ist allerdings auch, dass eben gut genug auch reicht und man manchmal einfach
00:07:42: loslegen sollte. Man kann einfach nicht alles planen und egal wie viel man plant, es wird
00:07:47: dann trotzdem immer ganz anders. Meine Visionen für den Podcast haben sich so oft verändert in
00:07:52: den letzten 2 Jahren, weshalb ich auch nie in die Umsetzung kam. Ich habe einfach so viele Ideen und
00:07:58: ich kann ja gar nicht wissen, was ihr und auch ich letztendlich dann gut finden werden. Was Top ist,
00:08:03: was Flop ist. Und wie es sich entwickeln wird. Deshalb habe ich beschlossen, lass uns einfach
00:08:07: auf die Reise gehen und schauen wo sie uns hinführt. Und so ist es auch mit dem Elternsein.
00:08:14: Wir müssen nicht wissen, wie alles ausgeht, um loszugehen – weder im Elternsein noch im Podcast.
00:08:20: So wie Kinder sich entwickeln und wir mit ihnen, darf sich auch der Podcast entwickeln.
00:08:25: Und Themen, die euch und mir wichtig werden, dürfen dann mehr Raum bekommen. Aber das
00:08:29: finden wir nur heraus, wenn wir erst mal losgehen und uns ins Ungewisse trauen.
00:08:36: So. Damit sind wir jetzt auch schon fast am Ende der Folge angekommen und jetzt
00:08:40: möchte ich nochmal zusammenfassen - was nehmen wir denn nun aus dieser Folge mit?
00:08:44: Also zum einen musst du dein Elternsein nicht zum 1. Januar neu erfinden. Es reicht, wenn du
00:08:48: ehrlich hinschaust, was in eurem Alltag schon gut ist – und dir ein, zwei kleine Dinge aussuchst,
00:08:53: die in deinem Tempo wachsen dürfen. Gut genug ist nicht die Notlösung, sondern eine liebevolle,
00:08:58: realistische Haltung dir und deinem Kind gegenüber. Vielleicht magst du dir heute
00:09:03: nur eine Frage stellen: Was läuft in unserem Familienalltag schon überraschend gut – und
00:09:07: welcher kleine nächste Schritt würde sich stimmig anfühlen, statt dich zusätzlich zu stressen?
00:09:14: Damit danke ich dir fürs Zuhören. Und denk daran:
00:09:18: Einfach Eltern sein heißt nicht perfekt – sondern miteinander wachsen.
00:09:24: Gefällt dir mein Podcast und du möchtest keine Folge mehr verpassen? Dann freue ich mich,
00:09:27: wenn du Just Melly abonnierst und mir einen Daumen hoch gibst. Dankeschön für deine Unterstützung.
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